Bulgarien

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Bulgarien
Bul|ga|ri|en [‚ĶiŐĮ…ôn ]; -s:
Staat in S√ľdosteuropa.

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Bulgari|en
 
 
 
Fläche: 110 971 km2
 
Einwohner: (1999) 8,19 Mio.
 
Hauptstadt: Sofia
 
Amtssprache: Bulgarisch
 
 
Währung: 1 Lew (Lw) = 100 Stotinki (St)
 
Zeitzone: 1300 Sofia = 1200 MEZ
 
amtlich bulgarische RepuŐ£blika BalgaŐ£rija, deutsch Republik Bulgarien, Staat in S√ľdosteuropa, im Nordosten der Balkanhalbinsel, zwischen 41¬ļ14' und 44¬ļ13' n√∂rdlicher Breite und 22¬ļ22' und 28¬ļ376' √∂stlicher L√§nge Grenzt im Osten ans Schwarze Meer, im S√ľdosten an den europ√§ischen Teil der T√ľrkei, im S√ľden an Griechenland, im S√ľdwesten an die Republik Makedonien, im Westen und Nordwesten an Serbien sowie im Norden an Rum√§nien. Mit 110 971 km2 hat Bulgarien etwa ein Drittel der Gesamtfl√§che Deutschlands. Bulgarien erstreckt sich bis 520 km von Osten nach Westen und bis 320 km von Norden nach S√ľden; (1999) 8,19 Mio. Einwohner; Hauptstadt ist Sofia. Die Amtssprache ist Bulgarisch. W√§hrung: 1 Lew (Lw) = 100 Stotinki (St). Uhrzeit: 1300 Sofia = 1200 MEZ.
 
 Staat und Recht:
 
 
Nach der Verfassung vom 12. 7. 1991 ist Bulgarien eine Republik mit parlamentarischem Regierungssystem. Die Konstitution enth√§lt einen Grundrechtskatalog; der Minderheitenschutz ist allerdings nicht hinreichend gew√§hrleistet. Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkr√§fte ist der Pr√§sident, der auf f√ľnf Jahre direkt gew√§hlt wird (einmalige Wiederwahl m√∂glich). Erzielt im 1. Wahlgang keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit, erfolgt im 2. Wahlgang eine Stichwahl zwischen den beiden erfolgreichsten Bewerbern. In der Praxis hat sich die Stellung des Pr√§sidenten als st√§rker erwiesen, als seine verfassungsrechtlich begrenzten Befugnisse vermuten lassen. Er kann Gesetze an das Parlament zur√ľckverweisen (aufschiebendes Vetorecht) und das Parlament im Falle einer misslungenen Regierungsbildung aufl√∂sen. Der Pr√§sident kann vom Verfassungsgericht wegen Hochverrats oder sonstiger Verfassungsverletzungen (die Anklage bedarf der 2/3-Mehrheit aller Abgeordneten) seines Amtes enthoben werden. Im Falle seiner vorzeitigen Amtsbeendigung tritt der Vizepr√§sident f√ľr den Rest der Amtszeit an seine Stelle.
 
Die Exekutive liegt beim Ministerrat unter Vorsitz des Ministerpr√§sidenten Der Regierungschef wird auf Vorschlag des Pr√§sidenten vom Parlament gew√§hlt. Die parlamentarische Verantwortung der Regierung kann durch Misstrauensvotum und Vertrauensfrage geltend gemacht werden. Die gesetzgebende Gewalt wird von der Volksversammlung (Narodno sabranije) ausge√ľbt, deren 240 Abgeordneten f√ľr vier Jahre nach Verh√§ltniswahl (4 %-Sperrklausel) gew√§hlt werden.
 
Ende 1991 hat das Verfassungsgericht seine Tätigkeit aufgenommen, dessen zwölf Richter (Amtszeit neun Jahre; Wiederwahl unzulässig) zu je einem Drittel vom Parlament und von der Vollversammlung der Richter des Obersten Kassationsgerichts und des Obersten Verwaltungsgerichts gewählt sowie vom Präsidenten ernannt werden.
 
Parteien:
 
Seit das verfassungsm√§√üig garantierte F√ľhrungsmonopol der Bulgarischen Kommunistischen Partei (BKP) 1990 aufgehoben wurde, hat sich in Bulgarien ein breit gef√§chertes Mehrparteiensystem herausgebildet. Einflussreichste Parteien, Bewegungen und Wahlb√ľndnisse sind die Nationale Bewegung Simeon II. (NDST; gegr√ľndet 2001 vom ehemaligen Zaren Simeon II.), das konservativ-liberale B√ľndnis Vereinigte Demokratische Kr√§fte (ODS, gegr√ľndet 1997), zu dem u. a. die Union Demokratischer Kr√§fte (UDK, bulgarische Abk√ľrzung SDS), die Bauernpartei (BZNS) und die Demokratische Partei (DP) geh√∂ren, das u. a. aus Bulgarischer Sozialistischer Partei (BSP, 1990 aus der Bulgarische Kommunistische Partei [BKP] hervorgegangen), Bulgarische Sozialdemokratische Partei (BSDP) und der Bewegung ¬ĽEkoglasnost¬ę (EG) bestehende Linksb√ľndnis ¬ĽKoalition f√ľr Bulgarien¬ę und die Bewegung f√ľr Rechte und Freiheiten (DPS; gegr√ľndet 1990; Partei der t√ľrkischen Minderheit).
 
 
Neben der 1990 durch Umbildung der bisherigen Einheitsgewerkschaft entstandenen Konföderation der Unabhängigen Gewerkschaften in Bulgarien (Dachverband von rd. 75 Einzelgewerkschaften) existieren die der UDK nahe stehende Podkrepa Unabhängige Arbeiterkonföderation und die Edinstwo Volksgewerkschaft.
 
 
Das Wappen vom 31. 7. 1997 zeigt einen goldenen L√∂wen im roten Schild, als Schildhalter fungieren ebenfalls zwei L√∂wen. Sie stehen auf zwei gekreuzten Eichenzweigen, denen der Wahlspruch ¬ĽSjedinieto prawi silata¬ę (¬ĽIn der Einheit ist die Kraft¬ę) aufgelegt ist. Im Oberwappen ist die Krone Iwan Schischmans.
 
Nationalfeiertage:
 
Der 3. 3. erinnert an die Befreiung von den T√ľrken im Vorfrieden von San Stefano 1878.
 
 
Bulgarien ist seit 1. 1. 1999 in 28 Gebiete gegliedert (vorher neun Regionen), die sich in 262 Gemeinden mit 5 339 Siedlungen untergliedern.
 
 
Nach dem Gesetz √ľber die Recht sprechende Gewalt von 1994 besteht grunds√§tzlich ein dreistufiger Instanzenzug, der aber f√ľr die einzelnen Gerichtszweige unterschiedlich ausgestaltet ist. In Zivil- und Strafsachen verteilen sich die drei Instanzen auf vier Ebenen: Kreis-, Bezirks-, Appellationsgerichte, Oberstes Kassationsgericht. In Milit√§rstrafsachen f√ľhrt der Instanzenzug von den Milit√§rgerichten √ľber die Milit√§rappellationsgerichte zum Obersten Kassationsgericht. In Verwaltungsrechtssachen, in denen der gerichtliche Rechtsschutz im Prinzip auf einer Generalklausel beruht, sind in erster Instanz die Kreisgerichte und in zweiter Instanz die Bezirksgerichte zust√§ndig, w√§hrend als Kassationsinstanz das Oberste Verwaltungsgericht fungiert. An die Stelle des Obersten Gerichts sind also in Gestalt des Obersten Kassationsgerichts und des Obersten Verwaltungsgerichts zwei Gerichte getreten, was zu Rechtsprechungsdivergenzen f√ľhren kann, da ein Mechanismus zu deren Behebung nicht eingerichtet worden ist. Die Richter sind unabh√§ngig. Die Richter, Staatsanw√§lte und Ermittlungsbeamten werden vom Obersten Justizrat auf Lebenszeit bestellt. Der Pr√§sident des Obersten Kassationsgerichts, der Pr√§sident des Obersten Verwaltungsgerichts, der Generalstaatsanwalt und der Direktor des Nationalen Ermittlungsdienstes werden auf Vorschlag des Obersten Justizrats vom Staatspr√§sidenten auf sieben Jahre ernannt und k√∂nnen nicht f√ľr eine zweite Amtsperiode wieder bestellt werden. Der Nationale Ermittlungsdienst, der in Strafsachen von besonderer Schwere oder mit Auslandsbezug die Voruntersuchung f√ľhrt, ist als ein eigenst√§ndiger Teil der dritten Gewalt ausgestaltet.
 
 
Die Gesamtst√§rke der Wehrpflichtarmee (Dienstzeit 12 Monate) betr√§gt etwa 75 000, die der paramilit√§rischen Kr√§fte (Grenztruppen und Sicherheitspolizei) rd. 10 000 Mann. Das Heer (50 000 Soldaten) verf√ľgt √ľber vier motorisierte Sch√ľtzendivisionen, vier Panzerbrigaden, sieben Artillerie- und vier Flugabwehrregimenter. Hinzu kommt ein Fallschirmj√§gerregiment, dessen Personal jedoch zur Luftwaffe geh√∂rt. Die Luftwaffe hat 20 000, die Marine 5 000 Mann. Die Ausr√ľstung - fast ausschlie√ülich noch sowjetischer Herkunft - umfasst etwa 1 475 Kampfpanzer (T-72, T-54/-55), rd. 200 Kampfflugzeuge (MiG-21, -23, -29; Su-25, -22), zwei Fregatten, zwei Korvetten, zwei U-Boote, 20 Minensuchboote sowie 18 Kleine Kampfschiffe. - Bulgarien trat 1994 der ¬ĽPartnerschaft f√ľr den Frieden¬ę der NATO bei und ist seit 1994 assoziierter Partner der WEU.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
Bulgarien besteht zu etwa 30 % aus Ebenen, zu 40 % aus H√ľgellandschaft und zu 30 % aus Hoch- und Mittelgebirgen. Das Land gliedert sich (von Norden nach S√ľden) in das Donautal, in das v. a. aus Kalksteinen aufgebaute, teilweise l√∂ssbedeckte Donautafelland (Bulgarische Platte; 100-400 m √ľber dem Meeresspiegel), in die H√ľgelketten des Vorbalkans (durchschnittlich 370 m √ľber dem Meeresspiegel) und in das Balkangebirge, dessen mittlerer Teil am h√∂chsten ist (Botew 2 376 m √ľber dem Meeresspiegel). S√ľdlich davon folgen tektonische Beckenlandschaften (Becken von Sofia, von Karlowo und von Kasanlak), der Gebirgsstock der Witoscha (bis 2 290 m √ľber dem Meeresspiegel) und die Sredna gora (der Antibalkan), ein zur Maritzaebene abfallendes Mittelgebirge (bis 1 604 m √ľber dem Meeresspiegel). Die Maritzaebene ist das gr√∂√üte zusammenh√§ngende Niederungsgebiet Bulgariens, an das sich im Osten die Istranca Dańülar…™ (Strandscha) anschlie√üen (der Hauptteil dieses Gebirges liegt in der T√ľrkei). S√ľdlich der Maritza erheben sich mit steil aufragender Nordwand die Gebirge der Thrakischen Masse, die das s√ľdlichste und s√ľdwestliche Gebiet von Bulgarien einnehmen. Dazu geh√∂ren das ausgedehnte Rhodopegebirge (bis 2 191 m √ľber dem Meeresspiegel), zwischen den Fl√ľssen Mesta und Struma das Piringebirge (bis 2 915 m √ľber dem Meeresspiegel) und das Rilagebirge mit der Mussala, dem h√∂chsten Berg Bulgariens (2 925 m √ľber dem Meeresspiegel); an der Grenze zu Serbien erheben sich die Ossogowska Planina (bis 2 251 m √ľber dem Meeresspiegel).
 
 
Bulgarien wird durch kontinentales, mediterranes, Gebirgs- und Schwarzmeerklima gepr√§gt, jedoch ist der gr√∂√üte Landesteil kontinental beeinflusst. Hei√üe trockene Sommer wechseln mit kalten oder k√ľhl-regnerischen Wintern. Vor den sibirischen Kaltlufteinbr√ľchen, denen das gem√§√üigt kontinentale Nordbulgarien im Winter ausgesetzt ist, wird West- und S√ľdwestbulgarien durch den Balkan gesch√ľtzt. Die Jahresdurchschnittstemperatur schwankt zwischen 9,5 ¬ļC und 13,5 ¬ļC, ist aber je nach Exposition und H√∂henlage recht unterschiedlich. Den mildernden Einfluss des mediterranen Klimas halten die hohen Gebirge S√ľdbulgariens (Pirin-, Rila- und Rhodopegebirge) zur√ľck. Beg√ľnstigt sind lediglich die T√§ler der ins Mittelmeer m√ľndenden Fl√ľsse Struma und Mesta. Das K√ľstenklima des Schwarzen Meeres ist im Norden mehr kontinental, im S√ľden st√§rker mediterran gepr√§gt. Die h√∂chsten Niederschlagsmengen (√ľber 800 mm im Jahr) erhalten die Gebirgsh√∂hen (√ľber 1 000 m √ľber dem Meeresspiegel). Im √ľbrigen Bulgarien, mit Ausnahme des √§u√üersten Nordosten und der westlichen Maritzaebene (unter 500 mm), liegen die Jahresniederschlagsmengen bei 550-650 mm; infolge der starken sommerlichen Verdunstung k√∂nnen ausreichende Ernteertr√§ge nur mit zus√§tzlicher Bew√§sserung erzielt werden.
 
 
Die nat√ľrliche Vegetation besteht aus Laubw√§ldern (Hainbuche, Eiche, Ahorn, Linde) und Steppenpflanzen (im Nordosten); sie ist als Folge der Besiedlung und landwirtschaftlichen Nutzung weitgehend vernichtet. Heute sind noch 35 % des Landes bewaldet, besonders im Balkan und im Rhodopegebirge (Eiche, Buche, Pappel, Robinie, Linde, in h√∂heren Lagen Wei√ütanne, Fichte, Kiefer und L√§rche), die √ľbrige Landesfl√§che besteht zu 38 % aus Ackerland und zu 18 % aus Wiesen und Weiden; etwa 9 % sind √Ėd- und Unland. In Bulgarien wurden bis(1998) 12 Nationalparks (351 600 ha), 90 Naturreservate (80 600 ha), 123 Naturschutzgebiete (23 500 ha) und 2 241 Naturdenkm√§ler (23 400 ha)ausgewiesen; 389 Pflanzen- und 473 Tierarten sind gesetzlich gesch√ľtzt.
 
 
Nach der Volksz√§hlung von 1992 sind von den Bewohnern 85,8 % Bulgaren, 9,7 % T√ľrken (v. a. im √∂stlichen Rhodopegebirge), 3,4 % Roma sowie 1,1 % Angeh√∂rige anderer Minderheiten, z. B. Russen, Armenier, Makedonier, Juden und Tataren. Der seit √ľber einhundert Jahren anhaltende Bev√∂lkerungszuwachs verlangsamte sich seit Mitte der Siebziger- und stagnierte seit Ende der Achtzigerjahre. In den 1990er-Jahren ging die Bev√∂lkerungszahl zur√ľck. Die Massenauswanderung von etwa 330 000 bulgarischer T√ľrken (Bulgarot√ľrken) sowie Bulgaren islamischen Glaubens (Pomaken) im Jahr 1989 wurde durch die nachfolgende Zuwanderung nur zu einem geringen Teil wieder ausgeglichen. Die Altersgliederung von 1999 wies 17 % der Bev√∂lkerung unter 15 Jahre, 58 % von 15 bis unter 65 Jahre und 25 % 65 Jahre oder √§lter aus. Von den Erwerbst√§tigen waren 1999 29 % im Industriebereich, 27 % in der Agrar- und Forstwirtschaft und 44 % im Dienstleistungssektor besch√§ftigt. Die territoriale Bev√∂lkerungsverteilung ist sehr unterschiedlich. Dichter besiedelt sind das Becken von Sofia (in Sofia selbst leben 14 % aller Einwohner), die westliche Maritzaebene und der Raum um Warna. Im Jahr 1999 lebten 69 % der Bewohner in St√§dten.
 
 
Die Verfassung garantiert die Religionsfreiheit und verpflichtet den Staat zu religi√∂ser Neutralit√§t und Parit√§t; die Religionsgesetzgebung beschreibt jedoch in Art. 13 in Wiederaufnahme einer Formulierung des ¬ĽGesetzes √ľber die Glaubensbekenntnisse¬ę von 1950 die bulgarisch-orthodoxe Kirche als ¬Ľdas traditionelle Glaubensbekenntnis des bulgarischen Volkes¬ę. Alle Religionsgemeinschaften unterliegen der Pflicht der staatlichen Registrierung durch die ¬ĽDirektion f√ľr religi√∂se Angelegenheiten¬ę. Nach heutigen Sch√§tzungen kann man bei etwa 82 % der Bev√∂lkerung von einer religi√∂sen Bindung ausgehen. Danach geh√∂ren rd. 70 % aller Bulgaren der bulgarisch-orthodoxen Kirche an beziehungsweise f√ľhlen sich ihr verbunden. Die katholische Kirche hat rd. 60 000 Mitglieder (zwei Bist√ľmer: Nikopol mit Sitz in Russe; Sofia und Plowdiw mit Sitz in Plowdiw), die seit 1860 bestehende, 1948 de facto aufgel√∂ste, seit 1964 wieder zugelassene, mit Rom unierte ¬ĽKatholische Kirche des Byzantinischen Ritus¬ę rd. 15 000 Mitglieder (Apostolischer Exarchat Sofia). Die rd. 10 000 armenischen Christen in Bulgarien unterstehen der kirchlichen Jurisdiktion des armenischen Bischofs von Bukarest. Die bis Ende der 1980er-Jahre sehr geringe Zahl protestantischer Christen (v. a. Baptisten und Methodisten) ist seit 1990 durch die Mission zumeist nordamerikanischer charismatisch-pfingstlerischer Kirchen und Gruppen auf weit √ľber 70 000 (Eigenangaben) angewachsen. Rd. 10 % der Bev√∂lkerung sind sunnitische Muslime, ganz √ľberwiegend der hanefitischen Rechtsschule. Neben den Muslimen t√ľrkischer Abstammung (Bulgarot√ľrken) geh√∂rt die Bev√∂lkerungsgruppe der Pomaken zur islamischen Religionsgemeinschaft. Es werden rd. 1 300 Moscheen unterhalten, an denen √ľber 700 Imame t√§tig sind. Die j√ľdische Gemeinschaft hat rd. 4 000 Mitglieder (v. a. in Sofia).
 
 
Dem Beginn der Demokratisierung (nach dem Sturz T. Schiwkows 1989) folgte eine allm√§hliche Umstrukturierung des Bildungswesens, die im Schulbereich noch nicht abgeschlossen ist. Vom 6.-16. Lebensjahr besteht Schulpflicht, der Schulbesuch ist kostenlos. Die Analphabetenquote betr√§gt 1,8 %. Im Land gibt es 42 Hochschulen, darunter die Universit√§t in Sofia (gegr√ľndet 1888), Weliko Tarnowo (gegr√ľndet 1971) und Plowdiw (gegr√ľndet 1972). Erste Privatschulen und Colleges sind im Entstehen.
 
 
Presse: 1990 wurden die Pressegesetze liberalisiert, die Printmedien wurden privatisiert und politisch unabh√§ngig. Der bulgarische Zeitungsmarkt wird heute dominiert von der ¬ĽZeitungsgruppe Bulgarien¬ę der deutschen WAZ-Mediengruppe. Sie gibt die aus der 1923 gegr√ľndeten Gewerkschaftszeitung ¬ĽTrud¬ę hervorgegangene Tageszeitung ¬ĽDneven Trud¬ę (Auflage 336 000 Exemplare) sowie deren Abendausgabe ¬ĽNoschten Trud¬ę (gegr√ľndet 1992; 45 000) und die Wochenzeitung ¬ĽSchalt Trud¬ę (220 000) heraus, ferner die Zeitung ¬Ľ24 Tschassa¬ę (gegr√ľndet 1992; 166 000) sowie verschiedene Publikumszeitschriften. Weitere wichtige Zeitungen sind u. a. das 2001 neu gegr√ľndete ¬ĽDnevnik¬ę (etwa 40 000), ¬ĽStandart News¬ę (gegr√ľndet 1992; 49 000), ¬ĽDemokrazija¬ę (gegr√ľndet 1990, der Union Demokratischer Kr√§fte [SDS] nahe stehend; 20 000), ¬ĽDuma¬ę (gegr√ľndet 1927, Organ der Sozialistischen Partei [BSP], fr√ľher ¬ĽRabotnitschesko Delo¬ę; etwa 50 000), ¬ĽSega¬ę (25 000), das 1998 neu gegr√ľndete Blatt ¬ĽMonitor¬ę und die Onlinezeitung ¬ĽMediapool¬ę (gegr√ľndet 2001). - Nachrichtenagenturen: Neben der ¬ĽBTA-Balgarska Telegrafna Agenzija¬ę (Sofia, gegr√ľndet 1898) existiert u. a. die ¬ĽAgency Balkani¬ę (Sofia, gegr√ľndet 1993). - Rundfunk: H√∂rfunk und Fernsehen unterstehen seit 1997 dem Nationalen Rundfunk- und Medienrat (NSRT). Sie befinden sich in einer Phase der Umwandlung von einer staatlichen zu einer √∂ffentlich-rechtlichen Institution. Der nationale Rundfunk ¬ĽBalgarsko Radio¬ę verbreitet drei H√∂rfunkprogramme, das nationale Fernsehen ¬ĽBalgarska Televizija¬ę (gegr√ľndet 1960) zwei Programme. Daneben gibt es, vorwiegend auf regionaler Ebene, privaten H√∂rfunk (etwa 100 Radiostationen) und Privatfernsehen (rd. 15 Sender) sowie lokale Kabelfernsehprogramme. Landesweit senden ¬ĽDarik Radio¬ę (gegr√ľndet 2000), ¬ĽRadio Express¬ę und ¬ĽWesselina¬ę sowie die Fernsehsender ¬ĽNova Televizija¬ę, ¬ĽBTV¬ę und ¬Ľ7 Dni¬ę.
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
Die starke Industrialisierung nach 1945 f√ľhrte zu einem Strukturwandel vom Agrarland zum Industrieland mit einem weiterhin starken landwirtschaftlichen Sektor. Im Jahr 1990 begann der Transformationsprozess zur Marktwirtschaft erkl√§rt, die das zentralistisch gelenkte sozialistische Wirtschaftssystem abl√∂sen sollte. Dieser √úbergang gestaltet sich jedoch wesentlich schwieriger als in den anderen europ√§ischen L√§ndern des ehemaligen RGW. Im Vergleich zu Polen oder Ungarn waren in Bulgarien unter der kommunistischen Herrschaft die Zahl der Reformans√§tze gering. Die enge Verflechtung mit den anderen RGW-Staaten (77 % des Au√üenhandels, davon 55 % mit der Sowjetunion), die Randlage in Europa und die geringe Aufmerksamkeit und Unterst√ľtzung westlicher Industriel√§nder sowie der auch nach 1989 weiterhin starke Einfluss der alten Kr√§fte in einer politisch instabilen Regierung, die besonders aus Sorge vor sozialen Kosten dringende Reformen immer wieder verz√∂gerten, erschwerten im erheblichen Ma√üe den Aufbau einer freien Marktwirtschaft und bisher einen selbsttragenden Wirtschaftsaufschwung. Zun√§chst kam es zu einem starken wirtschaftlichen Schrumpfungsprozess und gro√üen Produktionsr√ľckg√§ngen. Wegen der bis Ende 1994 nur schleppend vorangekommenen Privatisierung der hoch verschuldeten Staatsbetriebe betrug der Anteil des Privatsektors am Bruttoinlandsprodukt (2000: 12,1 Mrd. US-$ = 1 475 US-$ je Einwohner) Ende 1998 etwa 40 %, in ihm waren 58 % der Erwerbst√§tigen besch√§ftigt. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Bev√∂lkerung entsprach 1998 lediglich 22 % des EU-Durchschnitts. Die Inflationsrate betrug 2000 im Durchschnitt 9,9 %. Nach einschneidenden Reformen im Bereich des Preis- und Finanzsystems konnte die Hyperinflation von 1997 (1 082%) mit der festen Bindung des Lews an den Euro seit Anfang 1999 aufgefangen werden. Seit 1998 ist der Staatshaushalt ausgeglichen. Nach L√∂sung politischer und rechtlicher Unklarheiten, insbesondere aber durch die Er√∂ffnung der Verhandlungen mit der EU um einen Beitritt des Landes in die europ√§ischen Staatengemeinschaft haben sich die ausl√§ndischen Investitionen (Ende 2000: 3,9 Mrd. US-$) merklich erh√∂ht. Negativ auf den Wirtschaftsaufschwung wirkt sich die Auslandsverschuldung (Ende 2000: 14,4 Mrd. US-$) und das zunehmende Au√üenhandelsdefizit (Ende 2000: 1,7 Mrd. US-$) aus. Im April 2001 lag die Arbeitslosenquote bei 18,5 % mit einer seit 1995 (11,1 %) steigenden Tendenz. Die Besch√§ftigtenquote z√§hlt mit (2000) 54 % zu den niedrigsten Europas. Das Bruttoinlandsprodukt wurde 1999 zu 27 % durch die Industrie, zu 17 % durch die Land- und Forstwirtschaft und zu 56 % durch den Dienstleistungssektor erwirtschaftet.
 
 
Die landwirtschaftliche Nutzfl√§che, die 56 % der Gesamtfl√§che Bulgariens einnimmt, wird zu 69 % von Ackerland, 27 % von Dauerwiesen und -weiden und zu 4 % von Dauerkulturland (besonders Obstanlagen und Rebland) eingenommen. Ein gro√üer Teil des Ackerlandes ist von Bodenerosion bedroht. Nach anf√§nglichen Verz√∂gerungen ist die R√ľckgabe und Privatisierung der landwirtschaftlich genutzten Fl√§che bis Ende der 1990er-Jahre weitgehend abgeschlossen. 1999 waren 82 % aller Fl√§chen in privater Hand, bei den Ackerfl√§chen und Sonderkulturen lag dieser Wert sogar bei 96 %. Die Beseitigung der Produktionsstrukturen der aufgel√∂sten landwirtschaftlichen Kooperativen sowie die Aufteilung der vorhandenen Kollektivwirtschaften in unwirtschaftlichen Betriebsgr√∂√üen, der R√ľckgang des Mechanisierungsgrades, die veraltete Landtechnik und die stark gestiegenen Preise f√ľhrten bis Mitte der 1990er-Jahre zu einem Produktionsr√ľckgang, der Viehbestand ging 1990-95 um etwa 50 % zur√ľck. W√§hrend die Ernteertr√§ge seit 1995 weiter abgenommen haben, konnte sich die Tierhaltung auf einem niedrigen Niveau stabilisieren.
 
Als problematisch erweist sich gegenw√§rtig die hohe Zahl der Brachfl√§chen (1999 37 % der Ackerfl√§chen), da vielen Privatwirtschaften das Kapital f√ľr deren Bewirtschaftung fehlt. Die Hauptanbaugebiete liegen im Donautafelland und in den s√ľdbulgarischen Beckenlandschaften. Der gr√∂√üte Teil der Ackerfl√§che wird mit Getreide (v. a. Weizen und Mais) bestellt. Daneben spielen der Anbau von Sonnenblumen, Tabak (starker R√ľckgang der Bedeutung Bulgariens als Tabakexportland) und Zuckerr√ľben, der stark exportorientierte Obst- (besonders √Ąpfel, Pflaumen), Wein- und Gem√ľsebau (besonders Tomaten, Paprika) eine gro√üe Rolle. Roseng√§rten (Kasanlak, Karlowo, Streltscha) und Lavendelkulturen dienen der Gewinnung von √Ėlen. Viehwirtschaft wird v. a. in den gebirgigen Landesteilen betrieben. Wegen h√§ufig lang anhaltender Trockenheit werden 20 % der landwirtschaftlichen Fl√§che k√ľnstlich bew√§ssert.
 
 
Die Gesamtwaldfl√§che Bulgariens betr√§gt 3,89 Mio. ha und bedeckt 35 % des Staatsterritoriums. Die W√§lder sind gr√∂√ütenteils staatliches Eigentum. Gegen√ľber den 1980er-Jahren ist der Umfang der aufgeforsteten Fl√§chen (1999: 7 598 ha) sehr stark zur√ľckgegangen. Allerdings hat auch der Holzeinschlag (zu 45 % f√ľr die Brennholzgewinnung) mit (1999) 2,7 Mio. m3 (1970: 6,2 Mio. m3) deutlich abgenommen.
 
 
Durch die Liquidation der staatlichen Hochseefischerei wird seit 1995 nur noch Schwarzmeer- und Binnenfischerei betrieben. Die Menge der angelandeten Meerestiere lag 1999 bei 18 548 t, davon 49 % aus dem Schwarzen Meer.
 
 
Bulgarien besitzt nur wenig Rohstoffe. Von gr√∂√üerer Bedeutung sind die Vorkommen an Kupfer- (Sredna gora), Eisen- (bei Kremikowzi nahe Sofia), Blei-, Chrom-, Manganerzen (bei Warna), Kaolin, Schwefelkies, Quarzsand und Uranerz. Der Erzabbau war in den letzten Jahren stark r√ľckl√§ufig. Die F√∂rderung von Blei- und Uranerz wurde weitgehend eingestellt. Gro√üe Bedeutung f√ľr die Energiegewinnung hat der Abbau von Kohle, v. a. von Braunkohle (gr√∂√ütenteils Lignit) in Mariza-Istok (Maritza-Ost), in kleinen Mengen auch von Anthrazit. Die Gewinnung von Erd√∂l und -gas aus kleinen Vorkommen in der Dobrudscha ist unbedeutend.
 
 
Die Elektrizit√§tserzeugung ([1998] 42 000 GWh) erfolgt zu 60 % durch W√§rmekraftwerke, die starke Umweltsch√§den verursachen, da sie gr√∂√ütenteils noch nicht umweltfreundlich nachger√ľstet wurden; in Russe und Warna wird auch mit importierter russischer Kohle Elektroenergie erzeugt. Ein erheblicher Importbedarf besteht bei Erd√∂l und Erdgas (v. a. aus Russland). Etwa zu einem Drittel ist das Kernkraftwerk bei Kosloduj, das 1974 in Betrieb genommen wurde, zu 6 % sind die etwa 90 Wasserkraftwerke an den Fl√ľssen Tundscha, Struma, Arda, Isker, Batak u. a. an der Elektroenergieproduktion beteiligt.
 
 
nachdem die industrielle Produktion von 1997 bis 1999 nach einer Erholungsphase wieder starke R√ľckg√§nge zu verzeichnen hatteIm Zuge des Aufbaus der Industrie Bulgariens nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden spezialisierte gro√üe Kombinate, die heute technisch veraltet und umweltbelastend sind. Die einschneidende Struktur- und Anpassungskrise ist von gro√üen Produktionseinbr√ľchen begleitet. Der Anteil der Industrie am Bruttoinlandsprodukt ging 1989-99 von etwa 60 % auf 27 % zur√ľck. Viele unrentable Gro√übetriebe werden staatlich subventioniert. Wichtigste Industriezweige sind die chemische (Dewnja) einschlie√ülich pharmazeutische Industrie und petrolchemische Industrie, der Maschinenbau und die Metallverarbeitung, das H√ľttenwesen mit Eisen- und Stahlindustrie (Kremikowzi, Pernik, Burgas) und die Gewinnung von Nichteisenmetallen, die Elektronik und Elektrotechnik, Lebensmittelindustrie sowie die Textil- und Bekleidungsindustrie. Die wichtigsten Industriezentren sind Sofia, Plowdiw, Warna, Burgas, Stara Sagora, Russe, Gabrowo, Plewen und Weliko Tarnowo.
 
 
Die Zahl der ausl√§ndischen Touristen hat gegen√ľber den 1980er-Jahren deutlich abgenommen. Der Fremdenverkehr, der sich nach erneuten R√ľckschl√§gen durch den Kosovo-Krieg wieder erholen konnte, ist dennoch ein wichtiger Wirtschaftszweig Bulgariens und tr√§gt mit (1999) 8 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. 1999 besuchten 2,5 Mio. ausl√§ndische G√§ste das Land, im Jahre 2000 konnte eine Steigerung der Tourismusums√§tze um 15 % zum Vorjahr auf 1,1 Mrd. US-$ erzielt werden. Touristenziel ist v. a. die Schwarzmeerk√ľste (Goldstrand bei Warna, Sonnenstrand bei Nessebar; Albena), aber auch die Wintersport- und H√∂henkurorte im Rilagebirge (Borowez), in den Rhodopen (Pamporowo), im Witoschagebirge (Aleko) und Pirin (Bansko) sind wegen der Mineral- und Heilquellen bedeutungsvoll. Die Touristen kommen v. a. aus den Nachbarl√§ndern Rum√§nien, der T√ľrkei, Jugoslawien und Mazedonien, aber auch aus Russland, der Ukraine, Deutschland und Polen.
 
 
Im Jahr 2000 stand einer Ausfuhr von 4,8 Mrd. US-$ eine Einfuhr von 6,5 Mrd. US-$ gegen√ľber. Wichtigste Handelspartner sind Russland und Deutschland 1998 waren die EU-Staaten mit 49 % am Export und 45 % am Import Bulgariens beteiligt. Daneben sind die nichtrussischen GUS-Staaten und Makedonien bedeutende Handelspartner. Haupteinfuhrg√ľter: Textilien, Schuhe, M√∂bel, Brennstoffe und Elektroenergie, Maschinen und Ausr√ľstungen (besonders Fahrzeuge), mineralische Rohstoffe, Metalle und G√ľter der Elektrotechnik; Hauptausfuhrg√ľter: chemische Erzeugnisse, Kunststoffe und Gummierzeugnisse, Metalle, Nahrungsmittel, Getr√§nke und Tabakwaren.
 
Verkehr:
 
Bulgarien ist verkehrsm√§√üig gut erschlossen, jedoch befinden sich die Verkehrswege in einem schlechten Zustand. Dank seiner geographischen Lage hat Bulgarien gro√üe Bedeutung f√ľr den Transitverkehr, der aber durch die Lage im ehemaligen Jugoslawien bisher stark eingeschr√§nkt war. Das Eisenbahnnetz ist (1999) 4 290 km (davon 2 708 km elektrifiziert), das Stra√üennetz einschlie√ülich der 324 km langen Autobahnstrecken 37 288 km lang (davon 92 % befestigte Stra√üen). Wichtige Bahnstrecken sind teilweise nur eingleisig ausgebaut. Hauptverkehrstr√§ger sind in Bulgarien die Stra√üen. Besonders wichtig sind die Autobahnverbindungen zwischen Sofia und den Seeh√§fen Warna (mit F√§hrverbindung zum ukrainischen Hafen Iljitschowsk) und Burgas (Erd√∂l- und Fischereihafen). Binnenschifffahrt ist nahezu ausschlie√ülich auf der Donau (wichtigste Donauh√§fen sind Lom und Russe) m√∂glich. Der Flugverkehr wird von der Fluggesellschaft ¬ĽBalkan Bulgarian Airlines¬ę abgewickelt. Mit elf Binnenflugh√§fen ist das bulgarische Flugnetz dicht ausgebaut. Der Auslandsflugverkehr erfolgt von den internationalen Flugh√§fen in Sofia, Plowdiw, Warna und Burgas.
 
 Geschichte:
 
Die fr√ľher √ľber das gesamte Balkangebiet verbreiteten Thraker wurden um 1000 v. Chr. durch die nach S√ľden vordringenden Illyrer in die Beckenlandschaften Bulgariens zur√ľckgedr√§ngt und seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. von den griechischen Handelsh√§fen an der Schwarzmeer- und √Ąg√§isk√ľste kulturell beeinflusst und teilweise hellenisiert. Zwischen etwa 440 und 360 v. Chr. konnte sich auf dem Gebiet Bulgariens das Odrysenreich gegen Griechen und Makedonier behaupten, dann traten die thrakischen Geten als Herren auf, bis sie durch die makedonische Reichsbildung abgel√∂st wurden. Neue Einwanderer waren um 300 v. Chr. die Ostkelten mit dem Zentrum Tylos (an der Tundscha); ihnen folgten im 2. Jahrhundert v. Chr. die germanischen Bastarnen. 15 v. Chr. richtete Rom die Provinz Moesia, 46 n. Chr. die s√ľdlich des Balkankamms gelegene Provinz Thrakien ein und sicherte sie durch einen Limes entlang der Donau und durch die Dobrudscha. Die Bev√∂lkerung, nun schon sehr verschiedener Herkunft, wurde teilweise romanisiert. Nach 395 kam Bulgarien als Provinz zum Ostr√∂mischen Reich (Byzanz). Nach den Verheerungen durch Goten und Hunnen, einem ersten Vorsto√ü protobulgarischer Reiternomaden (540) und der Oberherrschaft der Awaren wanderten Ende des 6. Jahrhunderts Slawen ein, die nach 675 von den turktatarischen Protobulgaren beherrscht wurden.
 
Erstes Bulgarisches Reich (681-1018):
 
Nach der Eroberung der zum Byzantinischen Reich geh√∂renden Dobrudscha gr√ľndete Khan Asparuch 679 das Erste Bulgarische Reich, das 681 von Byzanz anerkannt wurde. Mehrere Abkommen mit Byzanz, unterbrochen von heftigen Kriegen, sicherten die Existenz dieses slawo-bulgarischen Reiches mit der Hauptstadt Pliska (681-893). Bereits Khan Terwel (701-718) erhielt von dem byzantinischen Kaiser Justinian II. den Caesarentitel. Thronstreitigkeiten und soziale Spannungen f√ľhrten zu einer vor√ľbergehenden Schw√§chung, die erst Khan Kardam (777-802) √ľberwand, sodass sein Nachfolger Krum (802-814) das Gebiet auf Kosten des zerfallenden Awarenreiches bis zur Thei√ü und zum Dnjestr erweitern konnte. Unter Presjan (836-852) kamen Mittelmakedonien und S√ľdalbanien hinzu. Die Annahme des Christentums (865) durch Khan Boris I. (852-889) konsolidierte den Staat und beschleunigte die Assimilierung der Bev√∂lkerungsteile (bulgarisch-orthodoxe Kirche); Sch√ľler von Kyrillos und Methodios verbreiteten von Bulgarien aus (ab 885) das geschaffene slawische Alphabet (Glagoliza) und die slawische Liturgie.
 
W√§hrend der Herrschaft Simeons I., des Grossen (893 bis 927), erreichte Bulgarien mit der Hauptstadt Preslaw seine gr√∂√üte Machtentfaltung und kulturelle Bl√ľte. Gegen eine von Byzanz, den Petschenegen und den Serben gebildete Koalition konnte sich Simeon behaupten und Griechenland bis zum Peloponnes und 924 auch Serbien gewinnen. Auf der Grundlage des Altkirchenslawischen (Altbulgarisch) wurden eine slawische Literatur (kyrillische Schrift) und christliche Zivilisation entwickelt; au√üerdem errichtete Simeon 919 das erste eigene unabh√§ngige Patriarchat in Bulgarien (mit Sitz in Preslaw, ab 980 in Ohrid). Unter der Herrschaft des mit der byzantinischen Prinzessin Maria Lakapene verheirateten Zaren Peter (927-969) setzte ein von inneren Unruhen begleiteter Niedergang ein, der 931 zum Verlust von Serbien und nach 934 der Gebiete jenseits der Donau f√ľhrte. Die sich im 10./14. Jahrhundert v. a. unter den Bauern rasch ausbreitende religi√∂se Gruppierung der Bogomilen ersch√ľtterte die Autorit√§t der Kirche und versch√§rfte die sozialen Konflikte. 968 nahm der Kiewer F√ľrst Swjatoslaw Preslaw ein, wurde aber 971 von dem byzantinischen Kaiser Johannes I. Tzimiskes geschlagen, der 972 auch das im Nordosten entstandene Ostbulgarischer Reich (969-972) eroberte und zur byzantinischen Provinz machte sowie die Eigenst√§ndigkeit des Westbulgarischen beziehungsweise Makedonischen Reichs (969-1018; Hauptstadt Ohrid) weitgehend beschnitt. Zwar hatten die Br√ľder Kometopuli mit einem Aufstand in Makedonien einen Teil der Herrschaft zur√ľckgewonnen und mit Samuil (972/97-1014) einen Zaren gestellt, der nach Eroberungen in Thessalien und an der Adriak√ľste die inneren Verh√§ltnisse konsolidieren und das Patriarchat erneuern konnte, doch nach der Niederlage gegen Basileios II. (¬Ľder Bulgarenschl√§chter¬ę) n√∂rdlich des Belassizagebirges 1014 und dem Verlust der Hauptstadt Ohrid 1018 wurde ganz Bulgarien von Byzanz unterworfen. Unter byzantinischer Herrschaft (1018-1185/87) wurde Bulgarien in die byzantinische Themen-Verwaltungsorganisation eingegliedert; der kulturelle und kirchliche Einfluss von Byzanz dominierte, kirchlich wurde Bulgarien dem nun bald griechischen Erzbistum Ohrid unterstellt. 1185 unternahmen die Bojarenbr√ľder Peter und Iwan Assen I. mithilfe der Kumanen und Walachen in Tarnowo einen Aufstand, den Byzanz nicht mehr niederschlagen konnte. Es musste 1187 der Wiederherstellung der bulgarischen Eigenstaatlichkeit zustimmen.
 
Zweites Bulgarisches Reich (1185/87-1393/96):
 
Assen (1187-96) und sein Bruder Kalojan (1197-1207) konnten das Bulgarenreich mit dem Zentrum Tarnowo (1186-1393) nach Thrakien und Makedonien ausdehnen, 1202 die Anerkennung durch Byzanz erreichen und 1204 eine Union mit der r√∂mischen Kurie erzielen, die Kalojan den K√∂nigstitel und dem bulgarischen Patriarchen die Primasw√ľrde eintrug. Unter Iwan Assen II. (1218-41) wurde nach der Schlacht bei Klokotniza 1230 das Despotat Epirus erobert; Bulgarien stieg danach zum gr√∂√üten Staat in S√ľdosteuropa auf. Die Union mit dem Papsttum wurde aufgek√ľndigt und die Anerkennung der Autonomie der bulgarischen Kirche erreicht (1235). In den Nachfolgek√§mpfen und durch den Tatareneinfall von 1242 wurde Bulgarien jedoch so geschw√§cht, dass es gro√üe Gebietsverluste an das kleinasiatische Kaiserreich Nikaia hinnehmen und nach 1256 die Herrschaft des serbischen Nemanjidenf√ľrsten Konstantin Tich (1257-77) akzeptieren musste. Verschw√∂rungen und Machtk√§mpfe der Bojaren beg√ľnstigten den Aufstieg des Kumanen Georgi I. Terter (1280-92) und der vom Zentrum Widin an der Donau regierenden Dynastie der Schischmaniden (1324-96). Nach der Niederlage gegen das aufstrebende serbische Reich 1330 bei Welbaschd (heute Kjustendil) geriet Bulgarien unter serbischen Einfluss; die Bulgaren mussten auch gegen Ungarn und Byzanz schwere Niederlagen hinnehmen und waren seit 1352 durch das √úbergreifen der T√ľrken nach Europa bedroht. Um 1363 zerfiel Bulgarien in Teilstaaten im √Ąg√§israum sowie im S√ľdwesten; Restbulgarien wurde in die F√ľrstent√ľmer Dobrudscha, Widin und Tarnowo aufgeteilt. Nach der Niederlage bei Tschernomen 1371 mu√üte Iwan Schischman (1371-93) von Tarnowo die Oberhoheit der T√ľrken anerkennen (1375), die 1388 Ostbulgarien unterwarfen, 1393 Tarnowo eroberten und mit der Einnahme von Widin, nach dem Sieg √ľber ein Kreuzfahrerheer bei Nikopol am 25. 9. 1396, ganz Bulgarien beherrschten.
 
Bulgarien unter der T√ľrkenherrschaft (1396-1878):
 
Das eroberte Bulgarien wurde dem Beglerbeg von Rumelien mit dem Sitz (bis 1836) in Sofia unterstellt und in f√ľnf Sandschaks eingeteilt (Widin, Nikopol, Silistra, Makedonien, Thrakien). Durch die Ansiedlung anatolischer Kolonisten und der Juruken (kleinasiatische Viehz√ľchter) sollten die Bev√∂lkerungsverluste ausgeglichen werden. Der einheimische Adel wurde sozial und wirtschaftlich nivelliert sowie durch t√ľrkische Spahis ersetzt (Timarsystem); die gesamte Bev√∂lkerung wurde hoch besteuert und zum Glaubenswechsel angehalten (Pomaken), zum Teil auch gewaltsam islamisiert. Da die h√∂here Geistlichkeit fast ausschlie√ülich aus Phanarioten bestand und Griechisch Liturgiesprache geworden war, wurde der Klerus der bulgarisch-orthodoxen Kirche gr√§zisiert; die niedere Geistlichkeit und die Kl√∂ster entwickelten sich zu Zellen des nationalen Widerstandes. Nach der Niederschlagung eines Aufstandes in Nordbulgarien (unter Beteiligung Mirceas des Alten) 1404, der Schlacht von Warna 1444 und der Einnahme Konstantinopels durch die T√ľrken (1453) bestand keine Hoffnung mehr auf eine rasche Beendigung der T√ľrkenherrschaft. Mit Ausnahme der √ľber Ragusa laufenden Wirtschaftskontakte rissen die Au√üenbeziehungen v√∂llig ab. Das Bem√ľhen der t√ľrkischen Spahikrieger, ihre Dienstlehen in erblichen Gro√ügrundbesitz zu √ľberf√ľhren, verschlechterte die materielle Lage der bulgarischen Bauern. Der Niedergang des Osmanischen Reiches und die erfolglosen Kriege gegen die Habsburger l√∂sten in Tarnowo (1598 und 1686), in Gabrowo (1686), in Tschiprowez (1688 und 1737/38) lokale Aufst√§nde aus, die - ebenso wie die Aktionen der Heiducken - blutig niedergeschlagen wurden. Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts suchten daher viele Bulgaren Zuflucht in der Donaumonarchie.
 
Der im 18. Jahrhundert einsetzende wirtschaftliche Aufschwung mit einem starken Bev√∂lkerungswachstum beg√ľnstigte die nationale Wiedergeburt, die durch die 1762 beendete ¬ĽSlawisch-Bulgarische Geschichte¬ę des Paissij von Chilendar und den Russisch-T√ľrkischen Krieg 1768-74 Auftrieb erhielt; 1835 wurde die erste weltliche bulgarische Schule in Gabrowo er√∂ffnet. Der von Russland unterst√ľtzte Freiheitskampf der Serben (1804-17) und Griechen (1821-29) sowie die innerosmanischen Reformen st√§rkten die Nationalbewegung, die im Kampf um eine nationalbulgarische Kirche auch die aufst√§ndischen Bauern (1835, 1841, 1850) unterst√ľtzte. Von der Walachei und von Russland aus bereiteten Emigranten die nationale Erhebung vor. 1861 organisierte G. Rakowski in Belgrad die Erste Bulgarische Legion und versuchte 1862, die Heiducken zum Kampf gegen die T√ľrken zu organisieren. In Bukarest gr√ľndeten W. Lewski und L. Karawelow nach dem Vorbild der russischen Narodniki ein Bulgarisches Revolution√§res Zentralkomitee und 1868 eine Bulgarische Gesellschaft. Auch die Einrichtung des Bulgarischen Exarchats in Konstantinopel (1870) lie√ü trotz vieler R√ľckschl√§ge den Wunsch nach Erringung der nationalen Freiheit und Vereinigung der bulgarischen Gebiete weiter wachsen. Der Aprilaufstand von 1876, u. a. C. Botew, konnte von den T√ľrken zwar blutig niedergeschlagen werden (¬ĽBulgarengreuel¬ę), doch beendete der folgende Russisch-T√ľrkische Krieg 1877/78 die t√ľrkische Fremdherrschaft (u. a. Beteiligung bulgarischer Freisch√§rler an der Schlacht um Plewen und auf dem Schipka-Pass).
 
 
und K√∂nigreich Bulgarien (1878 bis 1944/46): Im Vorfrieden von San Stefano (3. 3. 1878 wurde ein gro√übulgarischer Staat geschaffen, der au√üer dem Kernland auch den Zugang zur √Ąg√§is mit dem gr√∂√üten Teil von Makedonien und Thrakien umfasste. Unter britischen und √∂sterreichischen Einfluss reduzierte der Berliner Kongress (1. 7. 1878) dieses russische Diktat auf die Teilung Bulgarien in ein autonomes, dem Sultan tributpflichtiges Lehnsf√ľrstentum Bulgarien, bestehend aus M√∂sien und dem Sandschak Sofia, sowie die einem christlichen Gouvernement unterstellte, aber unmittelbar t√ľrkischer Oberhoheit unterworfene Provinz Ostrumelien (S√ľdbulgarien; Hauptstadt Plowdiw) und die unter t√ľrkischer Herrschaft verbleibenden Gebiete (Makedonien, Thrakien). Entgegen den W√ľnschen der provisorischen russischen Verwaltung beschloss am 28. 4. 1879 eine Notabelnversammlung in Tarnowo eine liberale Verfassung.; Hauptstadt wurde Sofia. Der von der Nationalversammlung gew√§hlte Alexander I. von Battenberg, beendete die Parteik√§mpfe zwischen ¬ĽKonservativen¬ę und ¬ĽLiberalen¬ę 1881 durch die Aufhebung der Verfassung und vereinigte nach dem Sturz des ostrumelischen Direktoriums diese Provinz am 18. 9. 1885 mit dem F√ľrstentum Bulgarien (Personalunion). Nach dem Serbisch-Bulgarischen Krieg (Serbien, Geschichte) wurden im Frieden von Bukarest (3. 3. 1886) die Vereinigung de facto und die Vorkriegsgrenzen anerkannt. Die Weigerung Russlands, Alexander als F√ľrsten des vereinigten Bulgarien anzuerkennen, veranlasste eine Gruppe von Offizieren, ihn am 9. 8. 1886 zur Abdankung zu zwingen. Zwar brachte eine vom Parlamentspr√§sidenten S. Stambolow gef√ľhrte Gegenaktion ihn auf den Thron zur√ľck, doch verzichtete er am 7. 9. 1886 wegen der pers√∂nlichen Vorbehalte Kaiser Alexanders III. von Russland.
 
Der am 19. 7. 1887 gew√§hlte Wettiner Ferdinand I., der erst 1896, nach der Auss√∂hnung mit Kaiser Nikolaus II. von Russland, die Anerkennung der T√ľrkei und der Gro√üm√§chte erhielt, leitete mit seinem Ministerpr√§sidenten Stambolow (1887-94) den Aufbau und die Europ√§isierung Bulgariens ein. Die im t√ľrkischen Makedonien und in S√ľdthrakien t√§tigen probulgarischen Befreiungsbewegungen wurden tatkr√§ftig unterst√ľtzt. Trotz eines langsamen wirtschaftlichen Aufschwungs kam es wegen der hohen Staatsverschuldung und bei h√§ufig wechselnden Kabinetten zu verst√§rkter Agitation der kleinen Sozialdemokratischen Partei (gegr√ľndet 1891, ab 1894 Bulgarische Sozialdemokratische Arbeiterpartei), zu Bauernunruhen und Volkserhebungen. Als Antwort auf die jungt√ľrkische Revolution proklamierte Ferdinand I. am 5. 10. 1908 die Unabh√§ngigkeit Bulgariens und nahm den K√∂nigstitel (Zar) an. Da die russische Regierung diesen Schritt billigte, stimmten 1909 die T√ľrkei und die Gro√üm√§chte zu. Die wachsenden Gegens√§tze zwischen der T√ľrkei und den jungen Balkanstaaten √ľber das Schicksal der europ√§ischen Gebiete mit nichtt√ľrkischer Bev√∂lkerung f√ľhrten am 13. 3. 1912 zum serbisch-bulgarischen B√ľndnis (Balkanbund). Im Ersten Balkankrieg (1912-13) trug Bulgarien die Hauptlast der K√§mpfe gegen die T√ľrkei und konnte Thrakien, Teile Makedoniens und Adrianopel besetzen. Bei der Verteilung der im Frieden von London (30. 5. 1913 der T√ľrkei abgesprochenen Gebiete kam es zu Streitigkeiten zwischen den bisherigen Partnern, die am 29./30. 6. 1913 zum Zweiten Balkankrieg f√ľhrten. Dabei wurde der Angreifer Bulgarien von Serbien, Griechenland, der T√ľrkei und Rum√§nien geschlagen und verlor im Frieden von Bukarest (10. 8. 1913) Vardar- und √Ąg√§is-Makedonien sowie die S√ľddobrudscha und das Gebiet Adrianopel. Im Ersten Weltkrieg (1914-18) hielt sich Bulgarien zun√§chst neutral, schloss sich aber nach Ablehnung seiner Gebietsanspr√ľche in Makedonien am 14. 10. 1915 den Mittelm√§chten an und besetzte die von ihm beanspruchten Gebiete. Im Frieden von Bukarest (7. 5. 1918; erloschen mit dem Waffenstillstand von Compi√®gne, 11. 11. 1918) erhielt Bulgarien kurzzeitig die S√ľddobrudscha zur√ľck.
 
Am 3. 10. 1918 dankte K√∂nig (Zar) Ferdinand I. zugunsten seines Sohnes Boris III. ab. Ministerpr√§sident A. Stambolijski (seit 2. 10. 1919), der F√ľhrer der revolution√§ren Bauernpartei (gegr√ľndet 1899 als Bulgarische Nationale Agrarunion, bulgarische Abk√ľrzung BZNS), unterzeichnete am 27. 11. 1919 den Friedensvertrag von Neuilly, durch den zwei ostmakedonische Kreise an Jugoslawien und die √Ąg√§isk√ľste an Griechenland verloren gingen (Letzteres abschlie√üend geregelt auf der Entente-Konferenz von San Remo, 19.-26. 4. 1920) und Bulgarien hohe Reparationen auferlegt wurden. Das innenpolitische Reformprogramm (u. a. Aufteilung des Gro√ügrundbesitzes, progressive Einkommensteuer) und die au√üenpolitischen Pl√§ne (Balkanf√∂deration) riefen wachsenden Widerstand hervor; die IMRO bek√§mpfte v. a. die bulgarisch-jugoslawische Ann√§herung. Am 9. 6. 1923 wurde Stambolijski durch einen Offiziersputsch gest√ľrzt und wenig sp√§ter ermordet (14. 6.). Der kommunistische Septemberaufstand unter W. Kolarow und G. Dimitrow am 23. 9. 1923 zum Sturz der Regierung A. Zankow (1923-26) wurde niedergeschlagen und war Anlass f√ľr die Unterdr√ľckung der KP (1919 gegr√ľndet, 1938-48 Bulgarische Arbeiterpartei) sowie der Bauernpartei (ab 1924). Unter Ministerpr√§sident A. Ljaptschew (1926-31), dessen Regierung vom Nationalen Block (Zusammenschluss aus Demokratischer Partei, Bauernpartei, Nationalliberaler Partei und Radikaldemokratischer Partei) getragen wurde, versch√§rften terroristischen Aktionen der IMRO die bulgarisch-jugoslawische Kontroverse um Makedonien. Nach dem Putsch des Zweno-Kreises (1934) und der autorit√§ren Regierung (Aufl√∂sung der politischen Parteien) des Ministerpr√§sidenten K. Georgiew (1934-35) errichtete Boris III. eine autokratische Herrschaft, gest√ľtzt auf die Ministerpr√§sidenten G. Kiosse-Iwanow (1935-40) und Bulgarien Filow (1940-43). Die 1933 eingeleitete bulgarisch-jugoslawische Ann√§herung fand ihren H√∂hepunkt in einem Freundschaftsvertrag vom 24. 1. 1937. Mit seiner Ann√§herung an die Achsenm√§chte - besonders nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (1939) - isolierte sich Bulgarien gegen√ľber den anderen Balkanstaaten. Unter deutschem Druck trat Rum√§nien im Vertrag von Craiova (7. 9. 1940 die S√ľddobrudscha an Bulgarien ab. Am 1. 3. 1941 schloss sich Bulgarien dem Dreim√§chte-, am 25. 11. dem Antikominternpakt an; am 2. 3. kamen deutsche Truppen ins Land (26. 6. Bildung erster Partisaneneinheiten). Bulgarien beteiligte sich fortan am Krieg der Achsenm√§chte gegen Griechenland und Jugoslawien (u. a. bis 1944 bulgarische Besetzung von Makedonien, Thrakien). Am 13. 12. 1941 erkl√§rte Bulgarien Gro√übritannien und den USA den Krieg (nicht der UdSSR). Nach Verk√ľndung ihres ersten Programms (17. 7. 1942) bildete sich Mitte 1943 in der Vaterl√§ndischen Front eine halblegale Opposition unter Mitwirkung der Kommunisten. Nach dem Tod Boris' III. (28. 8. 1943 √ľbte ein Regentschaftsrat f√ľr den minderj√§hrigen Kronprinzen Simeon die Regierungsgewalt aus. Am 5. 9. 1944 erkl√§rte die UdSSR Bulgarien den Krieg. Nach dem widerstandslosen Einmarsch der Roten Armee am 8. 9. kam es am 9. 9. zu einem Aufstand (Staatsstreich), in dessen Folge eine Regierung der Vaterl√§ndischen Front unter Ministerpr√§sident K. Georgiew (1944-46) an die Macht kam und am 28. 10. 1944 den Waffenstillstand mit den Alliierten unterzeichnete; Bulgarien trat mit einem bedeutenden Truppenkontingent aktiv in den Krieg gegen Deutschland ein (Kriegserkl√§rung am 10. 9.).
 
Die Volksrepublik Bulgarien (1946-1989/90):
 
Am 15. 9. 1946 wurde die Monarchie (Referendum vom 8. 9.) abgeschafft und die ¬ĽVolksrepublik¬ę ausgerufen. Nach den Wahlen vom 18. 11. 1945 (88,2 % der Stimmen f√ľr die von der KP bestimmten Vaterl√§ndischen Front) beziehungsweise 27. 10. 1946 (70 % der Stimmen) konnte die Bulgarische KP (seit 1948; Abk√ľrzung BKP) unter F√ľhrung von Generalsekret√§r G. Dimitrow (1944-49; seit 1945 im Land, ab November 1946 auch Ministerpr√§sident) Bulgarien in eine Volksdemokratie kommunistischer Pr√§gung umwandeln (u. a. 12. 3. 1946 Bodenreformgesetz, Dezember 1947 Nationalisierung der Industrie und Banken). Die Opposition, schon im Herbst 1944 (etwa 28 000 Menschen verschleppt und ermordet) und durch die Bestrafung von ¬ĽKriegsverbrechern¬ę geschw√§cht, wurde im Fr√ľhjahr 1947 scharf bek√§mpft (u. a. Aufl√∂sung der nichtkommunistischen Parteien) und - nach ihrer endg√ľltigen Ausschaltung, besonders der Bauernpartei (Hinrichtung ihres Vorsitzenden Nikola Dimitrow Petkow [* 1889, ‚úĚ 1947]) - am 4. 12. 1947 eine am sowjetischen Vorbild orientierte Verfassung in Kraft gesetzt. Der Friedensvertrag von Paris (10. 2. 1947) legte Bulgarien u. a. Reparationen auf.
 
Die von Dimitrow gef√∂rderten Pl√§ne f√ľr eine Balkanf√∂deration der kommunistischen Staaten scheiterten am Veto Stalins, der im Sinne sowjetischer Machtpolitik das System zweiseitiger Freundschafts- und Beistandsvertr√§ge durchsetzte. Nach der Auflehnung Titos gegen die Hegemonie der UdSSR (1948) k√ľndigte Bulgarien 1949 den Freundschaftsvertrag mit Jugoslawien. Mit dem Beitritt zum Kominform (1947), dem Abschluss eines Freundschafts- und Beistandspaktes mit der UdSSR (18. 3. 1948, dem Beitritt zum RGW und zum Warschauer Pakt (1955) band sich Bulgarien fest in den von der UdSSR gef√ľhrten Ostblock ein.
 
Nach dem Tod Dimitrows (1949) f√ľhrte sein Nachfolger als Generalsekret√§r der BKP, der Stalinist W. Tscherwenkow (1949-54), 1950-56 zugleich Ministerpr√§sident, eine S√§uberung der Partei durch, um vermeintliche oder tats√§chliche Anh√§nger Titos und seiner nationalkommunistischen Ideen auszuschalten. Nach einem Schauprozess 1949 wurde der fr√ľhere stellvertretende Ministerpr√§sident T. Kostow hingerichtet. Der Personenkult und der stalinistische Terror gegen politische Gegner (Entstalinisierung) nahmen zu (Ausbau des ¬Ľbulgarischen Gulag¬ę; bestand von 1944 bis Anfang der 60er-Jahre). Anfang M√§rz 1954 wurde T. Schiwkow Erster beziehungsweise (ab 1981) Generalsekret√§r der BKP (1962-71 auch Ministerpr√§sident); 1971 wurde er zugleich Vorsitzender des neu konstituierten Staatsrates. Im August 1968 beteiligten sich bulgarische Truppen am Einmarsch in die Tschechoslowakei. In der Verfassung vom 18. 5. 1971 wurde die Freundschaft zur UdSSR als Grundorientierung der bulgarischen Politik festgelegt. Seit etwa 1966 war ein offiziell gef√∂rderter bulgarischer Nationalismus in Politik und Kultur pr√§gend geworden. Obwohl sich mit der jugoslawisch-bulgarischen Erkl√§rung √ľber die Unverletzlichkeit der gemeinsamen Grenzen (1978) die Beziehungen zu Jugoslawien verbesserten, gab es weiterhin tief greifende Meinungsverschiedenheiten bez√ľglich Makedoniens.
 
Unter den kommunistischen Ministerpr√§sidenten (1956-62 der Stalinist A. T. Jugow [* 1904], dann Schiwkow, 1971-81 S. Todorow [* 1920], 1981-86 G. Filipow [* 1919], ab 1986 G. Atanassow [* 1933]) war Bulgarien auch wirtschaftlich eng an die UdSSR angebunden. Wegen der von Schiwkow betriebenen nationalistischen und minderheitenfeindlichen Behandlung der t√ľrkischen Nationalit√§t in Bulgarien (Bulgarot√ľrken; etwa 1 Mio.) kam es zum Zerw√ľrfnis mit der T√ľrkei; Ende 1982 wurden in so genannten ¬ĽBulgarisierungskampagnen¬ę den bulgarischen T√ľrken bulgarische Namen und damit die Aufgabe ihrer kulturellen Eigenst√§ndigkeit aufgezwungen. Diese v. a. ab Mitte der 1980er-Jahre verst√§rkte Zwangsbulgarisierung (offiziell aufgehoben erst am 29. 12. 1989) l√∂ste am 20. 5. 1989 im Nordosten Bulgariens schwere Unruhen aus, √ľber 300 000 Bulgarot√ľrken flohen in die T√ľrkei (bis zur Schlie√üung der Grenzen durch die T√ľrkei am 17. 8. 1989). Erstmals wurde am 3. 3. 1988 ein neuer Nationalfeiertag begangen (zuvor 9. 9.). Ab Herbst 1989 erzwangen oppositionelle Kr√§fte am 10. 11. 1989 den R√ľcktritt T. Schiwkows als Vorsitzender der BKP; am 17. 11. wurde er auch von seiner Funktion als Vorsitzender des Staatsrats entbunden und sp√§ter (am 18. 1. 1990) verhaftet und verurteilt (4. 9. 1992, best√§tigt am 19. 1. 1994). Sein Nachfolger als Generalsekret√§r der BKP (bis Februar 1990) und Vorsitzender des Staatsrats, Petar Mladenow (* 1936), versuchte mit der Verk√ľndigung eines ¬Ľneuen Kurses¬ę, die sich formierende B√ľrgerbewegung unter Kontrolle zu bringen, und leitete unter dem Druck der Ereignisse (u. a. Massendemonstrationen am 18. 11. 1989) eine vorsichtige Demokratisierung ein. Schon am 11. 2. 1989 hatten K√ľnstler und Intellektuelle in Plowdiw die (seit 1944) erste unabh√§ngige Gewerkschaft Podkrepa Unabh√§ngige Arbeiterkonf√∂deration gegr√ľndet; am 7. 12. 1989 erfolgte die Bildung eines Dachverbandes zahlreicher oppositioneller Parteien und Bewegungen (Union Demokratischer Kr√§fte, Abk√ľrzung UDK). Im Januar 1990 billigten die Abgeordneten des Parlaments eine Deklaration zur Nationalit√§tenfrage, die die Rechte der t√ľrkischen Minderheit wieder herstellte, bei der bulgarischen Bev√∂lkerungsmehrheit aber nationalistisch motivierte Massenaktionen ausl√∂ste. Mit dem erkl√§rten Verzicht der BKP (13. 12. 1989) und der Annullierung ihres bisher in der Verfassung festgeschriebenen F√ľhrungsanspruchs durch das Parlament am 15. 1. 1990 wurde nach der Verfassungs√§nderung vom 3. 4. die rechtm√§√üige Bildung von Parteien erm√∂glicht. Nach ihrer Grundsatzverst√§ndigung vom 27. 12. 1989 begannen Regierung und Opposition am 16. 1. 1990 ihre Verhandlungen am ¬Ľrunden Tisch¬ę, der am 12. 3. den √úbergang zu einem parlamentarisch-demokratischen System und am 30. 3. Wahlen f√ľr Juni 1990 beschloss. Am 3. 2. 1990 wurde der Reformkommunist Andrej Lukanow (* 1938, ‚úĚ [erschossen] 1996) Ministerpr√§sident einer reinen BKP-Regierung; am 3. 4. 1990 verabschiedete das Parlament ein Wahl- und Parteiengesetz (das Streikrecht war schon am 6. 3. legalisiert worden), strich die Bezeichnung ¬Ľsozialistisch¬ę aus der Verfassung und l√∂ste sich auf.
 
Die parlamentarisch-demokratische Republik Bulgarien (seit 1990):
 
Die seit 1946 ersten freien Wahlen am 10./17. 6. 1990 gewann die aus der BKP hervorgegangene BSP (Name seit seit 4. 4.) unter Vorsitz von Lukanow; am 10. 7. trat in Weliko Tarnowo erstmals die neue Volksversammlung zusammen. Nach dem R√ľcktritt des am 3. 4. 1990 vom Parlament nach Abschaffung des Staatsrates zum Pr√§sidenten gew√§hlten P. Mladenow (6. 7.) wurde am 1. 8. 1990 der Vertreter der UDK, S. Schelew, Staatspr√§sident und am 12./19. 1. 1992 in Direktwahl best√§tigt (bis 1996). Das Parlament stimmte am 15. 11. 1990 dem neuen Namen ¬ĽRepublik Bulgarien¬ę zu. Am 29. 11. 1990 trat Ministerpr√§sident Lukanow nach Generalstreik am 26. 11. und dreiw√∂chigen landesweiten Demonstrationen zur√ľck (1992 inhaftiert); am 7. 12. 1990 kam es zur Bildung einer √úbergangsregierung unter Beteiligung von UDK und BSP unter dem parteilosen Dimitar Popow (* 1927). Ein Abkommen aller im Parlament vertretenen Parteien schrieb den ¬Ľfriedlichen √úbergang zur Demokratie in Bulgarien¬ę fest (3. 1. 1991); die Wirtschaftsreform wurde beschlossen (23. 1.) und gesetzlich verankert (23. 5.). Am 12. 7. 1991 nahm das Parlament eine neue demokratische Verfassung an. Nach dem Sieg in den Parlamentswahlen vom 13. 10. 1991 (nach neuem Wahlrecht) √ľbernahm die UDK unter ihrem Vorsitzenden Filip Dimitrow (* 1955) am 8. 11. die Bildung der Regierung, die (im Mai 1992 umgebildet) die Reformpolitik v. a. in der Wirtschaft trotz sozialer H√§rten entschieden fortsetzen wollte (neue Gesetze zur Landr√ľckgabe, 20. 3. 1992, und zur Privatisierung, 23. 4. 1992). Im Fr√ľhjahr/Sommer 1992 kam es zu einer neuen Massenauswanderung von Bulgarot√ľrken. Nach dem Sturz der Regierung durch einen Misstrauensantrag in der Volksversammlung (28. 10.) wurde der parteilose Ljuben Berow (* 1925) am 30. 12. 1992 zum Ministerpr√§sidenten gew√§hlt (Spaltung der UDK), scheiterte aber wie seine Vorg√§nger an den gro√üen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der L√§hmung des Reformprozesses (R√ľcktritt am 8. 9. 1994). Die vorgezogenen Wahlen vom 18. 12. 1994 gewann die BSP mit absoluter Mehrheit; Ministerpr√§sident wurde am 25. 1. 1995 der Vorsitzende der BSP, Schan Widenjow (* 1959). Am 3. 11. 1996 wurde Petar Stojanow (UDK) zum Nachfolger des bisherigen Amtsinhabers Schelew als Staatspr√§sident gew√§hlt.
 
Die wirtschaftliche und soziale Lage des Landes spitzte sich im Winter 1996/97 dramatisch zu, nachdem Hungersn√∂te ausgebrochen waren und es in deren Folge zu inneren Unruhen gekommen war (Erst√ľrmung des Parlaments in Sofia im Februar 1997). Aus vorgezogenen Parlamentswahlen (April 1997) gingen die b√ľrgerlich-liberalen ¬ĽVereinigten Demokratischen Kr√§fte¬ę (ODS; u. a. SDS, Bauernpartei sowie 13 kleinere Parteien) als Sieger hervor, Ministerpr√§sident wurde I. Kostow. Bei den Parlamentswahlen am 17. 6. 2001 errang zwar die erst im April 2001 registrierte Partei ¬ĽNationale Bewegung Simeon II.¬ę eine deutliche Mehrheit und am 24. 7. 2001 w√§hlte das Parlament Simeon II. zum neuen Ministerpr√§sidenten; bei den Pr√§sidentschaftswahlen am 11./18. 11. 2001 siegte jedoch in der Stichwahl der Sozialist Georgi Parwanow √ľber den Amtsinhaber Stojanow.
 
Mit der Aufl√∂sung des Rates f√ľr gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) und des Warschauer Paktes 1991 erlosch auch formal die Mitgliedschaft Bulgariens in diesen Organisationen. Im Hinblick auf eine neue au√üenpolitische Orientierung suchte Bulgarien die alten Bindungen vor allem an Russland zu wahren (Abschluss von Handels- und Freundschaftsvertr√§gen, 1992), neue regionale Beziehungen anzukn√ľpfen (diplomatische Anerkennung der Republik Makedonien; Abkommen mit der T√ľrkei, 20. 12. 1992 und 1999) und die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu den Demokratien des Westens auf eine neue Grundlage zu stellen (Aufnahme in den Europarat, 5. 5. 1992; Assoziationsvertrag mit der EG, 8. 3. 1993; Unterzeichnung des NATO-Programms ¬ĽPartnerschaft f√ľr den Frieden¬ę, 14. 2. 1994; 1998 Verabschiedung eines Sicherheitskonzepts mit der NATO als St√ľtzpfeiler, durch das Parlament mit breiter Mehrheit gebilligt). Im Juli 1998 unterzeichnete Bulgarien das Beitrittsabkommen zur CEFTA. Das bilaterale Verh√§ltnis zu Makedonien wurde im Februar 1999 u. a. durch die Anerkennung einer makedonischen Nation vertraglich entspannt. Anfang 2000 begannen die Beitrittsverhandlungen zur Europ√§ischen Union. Im Februar 2000 war Bulgarien als Mitglied des S√ľdosteurop√§ischen Kooperationsprozesses (englische Abk√ľrzung SEECP; gegr√ľndet 1996) mit f√ľnf Balkanl√§ndern und der T√ľrkei in Bukarest an der Unterzeichnung einer Charta f√ľr Zusammenarbeit und gute Nachbarschaft beteiligt, im Februar 2001 in Skopje an einer Charta zur Stabilit√§t und Zusammenarbeit in der Balkanregion. In enger Zusammenarbeit mit EU und UN leistete Bulgarien, ebenso wie Griechenland, Makedonien im Fr√ľhjahr 2001 hinsichtlich des Erhalts seiner Souver√§nit√§t und territorialen Integrit√§t Unterst√ľtzung.
 
 
 
S. Russinov: B. Land u. Volk, Wirtschaft u. Kultur (1974);
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Gjuzelev, V.: B. zw. Orient u. Okzident. Die Grundlagen seiner geistigen Kultur vom 13. bis zum 15. Jh. A. d. Bulgar. (Wien u. a. 1993);
 
Wege zur Privatisierung in B., hg. v. H. Roggemann u. E. Konstatinov (u. a. 1994);
 
B. vom Ende des Parteikommunismus zu den Anfängen der Regierung Widenow (1989-1995), zsgest. u. bearb. v. M. Coenen (1995).
 

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Bul|ga|ri|en; -s: Staat auf dem ‚ÜĎBalkan (2).

Universal-Lexikon. 2012.

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